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Sommer Sonne – Plitschplatsch – Planschverbot! – Es geht um so viel mehr! | Pressemitteilung

In den letzten Tagen war in den Westfälischen Nachrichten und im WDR 3 Fernsehen des Öfteren von Frau Göcke mit ihren fünf Kindern und einem Pool die Rede.

In der Berichterstattung  ging es um das Befüllen eines Planschpool`s.

Dieses wurde Frau Göcke von der Stadt untersagt, da sie Hartz-IV-Empfängerin ist und die Allgemeinheit daher das Wassergeld aufbringen muss.

Diese Art Planschpools werden zunehmend für kleines Geld in Baumärkten und Billigdiscounter angeboten. Immer mehr Familien stellen sich diese Becken in den Garten. Im Kern geht es nicht um Sinn oder Unsinn von diesen Pools, die immerhin bis zu 18 000 Liter Wasser aufnehmen können.

Vielmehr geht es um Familien wo es vorne und hinten finanziell nicht mehr ausreicht und die trotzdem einen Weg suchen, ihren Kindern etwas anzubieten um vom tristen Alltag abzulenken.

Was für viele Kinder bereits normal ist, ist für arme Kinder hingegen purer Luxus!

Die Familien-Partei Deutschlands KV Coesfeld/Borken hat daher beschlossen, angesichts der knappen Kassen der Stadt Münster im Fall von Frau Göcke und ihren Kindern, auf Wunsch mit 80 Euro auszuhelfen.

 

In der Westfälischen Zeitung war diesbezüglich  u.a. zu lesen:

„Beim städtischen Sozialamt stößt die angekündigte Poolwasser-Spendenaktion auf wenig Verständnis: Ich halte das für sehr unglücklich, sagt Abteilungsleiter Heinz Lembeck. Aus seiner Sicht sei es fragwürdig, ob man die Unterstützung bedürftiger Familien auf die Frage Wie fülle ich ein Planschbecken? reduzieren könne. Wer für Bewohner der Notunterkünfte am Schwarzen Kamp wirklich etwas tun wolle, sei gut beraten, sich vor Ort zu engagieren und das Sozialamt bei seiner Arbeit zu unterstützen. In dieser Hinsicht sind wir absolut gesprächsbereit, unterstreicht Lembeck.

Dass Familie Göcke und andere Bewohner von einem Mitarbeiter des Amts rigide aufgefordert worden seien, ihre Pools wieder abzubauen, sei keine sonderlich diplomatische Aktion gewesen, gibt Lembeck zu: Unser Auftreten vor Ort war unglücklich. Das müssen wir auf unsere Kappe nehmen.

 

Wir wollen als Familien-Partei deutlich machen, dass es um mehr geht als um einen Planschpool und ob die Allgemeinheit für 18 000 Liter Wasser aufkommen muss, weil Familien wie die von Frau Göcke sich eigentlich diese Form von Kinderbelustigung nicht leisten kann.

 

Vorrangig geht es auch nicht darum, ob ein Mitarbeiter des städtischen Sozialamts keine sonderlich diplomatische Aktion durchführte und wer dieses Verhalten auf seine Kappe nimmt. Wir unterstellen, dass der betroffene Mitarbeiter sich durchaus vernünftig und gesetzeskonform verhalten hat.

Nein, in diesem Fall geht es um viel mehr.

Es geht um das Miteinander in unserer Gesellschaft, um Wertevorstellungen.

Um Gesetze die deutlich machen, wie weit wir uns von unseren einstigen Grundwerten, z.B. dem Grundgesetz, mittlerweile entfernt haben.
Das die Würde des Menschen zunehmend verletzt wird und der einst garantierte Schutz der Familie eben offensichtlich nicht mehr für alle  Bürger gilt.

Es geht um Diskriminierung und Chancengleichheit für  Kinder in unserer Gesellschaft.

Jedes 6. Kind in Deutschland ist arm. Armut wird in Deutschland immer mehr zementiert.

Menschen  in unserer Gesellschaft  werden zunehmend an den Rand gedrückt. Kinderreiche Familien tragen das höchste Armutsrisiko in unserer überalternden Gesellschaft.

 

Vor den Wahlen wird rund um die Familien parteiübergreifend alles Mögliche versprochen. Nach den Wahlen bleibt dann doch irgendwie alles beim Alten.

Die Familien-Partei Deutschland`s tritt seit langem für ein Familienwahlrecht ein.
Es hätte enorme Auswirkung auf das Miteinander, in welcher Form es auch immer eines Tages einmal durchgesetzt wird.
Familien mit Kindern stehen dann im Mittelpunkt der Tagespolitik, egal ob reich oder arm.

Momentan wird viel über Freiheit, Chancengleichheit und Kreativität geredet, diese jedoch immer mehr eingeschränkt und vom Geldbeutel abhängig gemacht.

 

Die Familien-Partei Deutschlands KV Coesfeld/Borken hat sich in diesem besonderen Fall  eingeschaltet, weil  er eben genau das alles wiederspiegelt.

Er verkörpert die Intoleranz und zeigt u.a. die vielen täglichen kleinen und großen Ungerechtigkeiten in unserer Gesellschaft auf, die auch das Leben als Familie zunehmend unnötig erschweren.

Dabei  ist es schon  bezeichnend, dass gerade in Münster diese Diskussion entfacht wird. Münster ist bekannterweise bei einem Grundstücksgeschäft in jüngster Zeit in massiver Kritik geraten.  Explizit wurde gegen § 90 der NRW-Gemeindeordnung, das so genannte Verschleuderungsverbot, verstoßen.  Angesichts dieser Tatsache ist es doch im Grunde beschämend, dass man sich zum Schutz der Steuerzahler einen Kopf über 30 Euro Wassergeld zur Kinderbelustigung macht.

 

Auch die Äußerungen des Abteilungsleiters vom städtischen Sozialamt geben zu denken.

„Wer für Bewohner der Notunterkünfte am Schwarzen Kamp wirklich etwas tun wolle, sei gut beraten, sich vor Ort zu engagieren und das Sozialamt bei seiner Arbeit zu unterstützen. In dieser Hinsicht sind wir absolut gesprächsbereit. „

 

 

 

 

Es geht doch gar nicht um die Frage ob das Sozialamt eine gute oder schlechte Arbeit leistet.

Es geht auch nicht um einen Wettlauf der Wohltätigkeiten oder wer engagiert sich vor Ort am meisten.

 

Es geht um so viel mehr.

 

Welche Wertevorstellung hat unsere Gesellschaft eigentlich?

Wie leben wir miteinander?

Was sind die Menschen bereit zu ertragen bzw. zu erdulden?

Wie ist es eigentlich tatsächlich bestellt um Chancengleichheit, Freiheit und Kreativität?

In wie weit gilt eigentlich noch unser Grundgesetz, bzw. in wie weit ist es durch Bürokratie, Verordnungen und Verfügungen ausgehöhlt und eingeschränkt?

Ist die Würde des Menschen unantastbar?

Wie geht unsere Gesellschaft eigentlich mit Familien und Kindern um?

Kann es richtig sein dass in einem der reichsten Staaten der Erde eine Familie mit
5 Kindern gezwungen ist in der Wohnungslosenunterkunft am Schwarzen Kamp zu leben?

Seit Jahrzehnten gibt es den Schwarzen Kamp als sozialen Brennpunkt in Münster.
Ein Ort der Menschen ausgrenzt und Armut verfestigt.

Der Stadt Münster ist es bis heute nicht gelungen, Bedürftige und Sozialschwache  in unserer Gesellschaft zu integrieren.

Es fehlen dabei nicht nur ein in sich schlüssiges Konzept, sondern offensichtlich auch die notwendige Einsicht und der Wille.

 

Münster`s  “Am Schwarzen Kamp” gibt es ganz oft in Deutschland.

Uns als Familien-Partei Deutschlands KV Coesfeld / Borken bleibt erst einmal nur übrig auf politische Veränderungen zu hoffen und der Familie Göcke zu wünschen, dass sie den “Teufelskreislauf Armut” bald durchbricht.

 

 

 

 

Helmut Geuking

Vorsitzender KV Coesfeld / Borken

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