Bildungspolitik

Chancengleichheit in der Ausbildung

 

Im neunten Schuljahr wurden wir von den Klassenlehrern gefragt, was wir gerne werden möchten. Diesen Satz hat bestimmt schon jeder von uns gehört, doch viele junge Menschen wissen im neunten Schuljahr noch überhaupt gar nicht was sie später gerne beruflich machen möchten.  Dazu kommt der gravierende Faktor, der Schulabschluss. Viele Ausbildungsstellen werden nur für besser qualifizierte Anwärter zur Verfügung gestellt.
Doch sollte wir als Gesellschaft die jungen Menschen nicht nur nach der Qualifizierung abstempeln sondern ehr danach gehen, was sie auf dem Kasten haben. Denn weil ein Jugendlicher einen Hauptschulabschluss hat kann dieser doch auch einem besser qualifizierten Beruf nachgehen. Es kommt  nicht immer auf die Schulnoten an.
Allein im Jahr 2011 kamen auf 100 Bewerber 88,3 freie Ausbildungsstellen in Nordrhein-Westfalen.  Im Jahr 2013 werden 273.000 Schulabgänger erwartet, aufgrund der doppelten Abiturjahrgänge. Alleine davon werden 179.000 mit einem Fachschul- und Hochschulabschluss erwartet. Erwartungen zufolge kommen 11.000 zusätzliche Bewerber für eine Ausbildungsstelle mit Studiengang hinzu. Diese Zahlen sind schockierend. Das sind 55.000 mehr Bewerber als im Vorjahr. In ganz Deutschland gibt es doch noch die sogenannten schwer vermittelbaren Jugendlichen. Sie Zählen mit 15 % dazu. Wenn man die Jugendlichen in Deutschland als Quersumme dazu nimmt kommen wir auf eine stolze Zahl von 9.512.000 (11,6%) Jugendlichen. Doch warum sind sie „schwer vermittelbar“?

Bei vielen ist es die familiäre Umgebung, die Eltern sind geschieden oder sogar Verstorben, die Jugendlichen haben keinen Halt mehr innerhalb der Familie. Bei anderen spielt der Faktor „Freunde“ mit, doch zeigt sich hier was wirklich Freunde sind. Sie schwänzen die Schule, oder gehen gar nicht mehr hin. Sie denken sich „Ach ich komm schon irgendwie durchs Leben.“ – Doch können wir als Gesellschaft gegen steuern, in dem wir die Ausbildungsstituation in Deutschland ändern.

Wir müssen das Bewerbungsverfahren gravierend verändern. Es darf nicht nur  nach dem Lebenslauf gegangen werden. Nur weil ein Bewerber einen nicht gradlienigen Lebenslauf hat, spricht es nicht gegen seine Arbeit. Denn auch dieser Bewerber kann akkurate und gute Arbeit abliefern. Gerade diese Bewerber müssen eine Chance bekommen ihr Leben neu zu gestalten. Einige Firmen in Deutschland machen es vor. Doch reicht es nicht aus. Die Politik muss hier genau und fachgerecht handeln.

 

 

Hier ein Beispiel:

„Carlos lebte in Bremen mit seiner Familie, bei seinem Vater wurde Krebs diagnostiziert. Nach zwei Jahren starb der Vater von Carlos, sein Bruder verkraftete den Verlust seines Vaters nicht und nahm sich durch einen Selbstmord das Leben. Carlos und seine Mutter zogen in eine andere Stadt um Abstand zu gewinnen. Doch blieb die schulische Laufbahn von Carlos für mehr als 2 Monate liegen. Carlos leidet seit dem an Depressionen und wird über acht Wochen in einer Therapeutischen Klinik behandelt. Für Carlos hat sich jedoch nichts geändert. Er zog zu seinem Onkel nach Frankfurt, wo Carlos Onkel ihm ein Zeitlimit setzte, „Du musst aus deinem Trott raus, ich gebe dir vier Wochen Zeit damit du eine Arbeit findet, ansonsten kannst du zurück zu deiner Mutter gehen.“ – Carlos dachte über die Worte seines Onkel Gedanken, er machte sich auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Er bekam bei einem Unternehmen einen Vorstellungstermin. Der Chef des Unternehmens für diese Niederlassung fiel auf, dass der Lebenslauf nicht ganz gart Lininig ist. Doch gab er Carlos eine Chance. Heute ist Carlos im zweiten Lehrjahr und ihm macht die Arbeit Spaß. Carlos wird nach seiner Ausbildung im Unternehmen übernommen.

 

Für uns klingt es gar nicht so weit weg, doch ist dieser Fall eine Sonderheit. Versetzen wir uns einmal in die Lage des Unternehmens. Carlos hat Lücken in seinem Lebenslauf, das Spricht schon einmal gegen ihn, da es auf eine Unzuverlässigkeit hinweist. Die Bewerbung wird abgelehnt und es wird zu keinem Vorstellungsgespräch kommen. Doch hinter die Fassade des jungen Mannes haben wir nicht geschaut. Warum hat er diese Lücken im Lebenslauf, was ist passiert? Was ist seine Lebenseinstellung? – Es sind eigentlich Fragen die in einem Bewerbungsgespräch nicht auf den Tisch kommen.

Genau hier sollten wir uns als Gesellschaft einmal mehr überlegen, ob wir so weiter machen wollen. Immerhin sind es die Jugendlichen in Deutschland die nicht an einem Existenzminium leben sollten. Auch sie sollten die Chance erhalten, ein Leben aufzubauen und es auch zu leben. Die Firmen und Unternehmen sind in die Pflicht zu nehmen und diesen jungen Menschen eine Chance zu bieten, ihren Traumberuf zu erlernen.

Die Bundesregierung schafft Milliarden von Euros ins Ausland um die Eurozone zu sichern, doch fangen die Probleme hier in Deutschland an, die Bildung an unseren Schulen lässt nach, und werden die Gelder benötigt!

Betriebe  die Ausbildungsplätze für schwer vermittelbaren Jugendliche anbieten, sollten durch Förderungen der Bundesregierung animiert werden, auch diesen Menschen eine zweite Chance im Leben zu geben. Natürlich ist dieses nicht einfach für die Betriebe, aber auch hier können wir Abhilfe schaffen durch Sozialpädagogen, die sich Intensiv um diese Jugendlichen. Wie z.B. durch wöchentliche Gespräche. Sei es die Wohnungssuche oder aber eine geeignete Lernsituation zu schaffen.

 

Wir fordern ein neues Konzept der Bildungs- und Ausbildungspolitik in Deutschland.

 

 

Hinterlasse eine Antwort